Redaktioneller Spielbericht
10:0-Lauf in der Crunchtime: Würzburg dreht Bonn und nimmt späte Playoff-Revanche
Von Hooppedia Redaktion
Knapp vier Minuten vor Schluss lag Würzburg mit fünf Punkten zurück. Wenig später feierte die tectake ARENA. Die Fitness First Würzburg Baskets haben das Duell mit den Telekom Baskets Bonn dank eines 10:0-Laufs in der entscheidenden Phase mit 83:76 gewonnen und damit auch ein kleines Stück Revanche für das bittere Playoff-Aus der vergangenen Saison genommen. Eddie Colbert III führte die Offensive mit 27 Punkten an – doch in der Crunchtime wurde Center Charles Thompson zum entscheidenden Mann.
Die Vorgeschichte verlieh dem Duell zusätzliche Würze. Erst vor rund dreieinhalb Monaten hatte Bonn die Würzburger in einer dramatischen Viertelfinalserie über fünf Spiele aus den Playoffs geworfen. Nun trafen sich beide Mannschaften erstmals wieder – und erneut entwickelte sich eine Partie, in der sich lange niemand entscheidend absetzen konnte. Insgesamt wechselte die Führung 14-mal, acht weitere Male stand es unentschieden. Zur Halbzeit passte deshalb das 36:36 perfekt zu einem Abend, der zunächst vor allem von intensiver Verteidigung und schwierigen Würfen geprägt war. Beide Teams hatten bis dahin jeweils sechs Dreier getroffen.
Nach der Pause schien Würzburg erstmals Kontrolle zu bekommen. Colbert erzielte acht Punkte praktisch im Alleingang und brachte die Gastgeber im dritten Viertel mit 55:46 nach vorne. Der 25-Jährige war ohnehin der auffälligste Offensivspieler des Abends und erzielte 17 seiner insgesamt 27 Punkte nach der Halbzeit. Bonn ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Die Rheinländer erhöhten das Tempo, Joel Aminu traf schwierige Würfe und knapp vier Minuten vor Schluss hatten die Gäste die Partie komplett gedreht: 70:65 für Bonn.
Thompson schließt die Zone
Genau dort änderte sich die Partie ein letztes Mal. Würzburg setzte die Bonner Ballhandler stärker unter Druck und zwang die Gäste vermehrt Richtung Korb – ausgerechnet dorthin, wo Charles Thompson wartete. Der Center sammelte insgesamt zehn Rebounds und blockte drei Würfe. Seine defensive Präsenz war gerade in der Schlussphase enorm. Gleichzeitig verlor Bonn zunehmend die Kontrolle über seine Angriffe. Die Baskets leisteten sich insgesamt 16 Ballverluste, zehn davon nach der Pause; Würzburg kam im gesamten Spiel lediglich auf neun.
Aus dem 65:70 machten die Hausherren zehn unbeantwortete Punkte. Colbert lieferte offensiv weiter, Thompson erarbeitete zusätzliche Ballbesitze und Würzburg ging mit 75:70 in Führung. Bonn kam noch einmal auf 77:74 heran, doch 48 Sekunden vor Schluss traf Sam Griffin den entscheidenden Dreier zum 80:74. Die Partie war entschieden. Würzburg brachte den Vorsprung an der Freiwurflinie über die Zeit und feierte beim 83:76 den ersten Heimsieg der Saison.
Colbert war mit 27 Punkten klarer Topscorer. Griffin kam auf 16, Max Jones auf 13 und Brandon Tischler auf zehn Punkte. Bei Bonn führte Aminu das Scoring mit 14 Zählern an, Marcus Foster erzielte 13 und John-Michael Wright elf. Grayson Murphy gelang mit zehn Punkten und zehn Assists ein Double-Double. Bemerkenswert war außerdem die Entwicklung von außen: Bonn traf vor der Pause sechs von 13 Dreiern, nach dem Seitenwechsel aber nur noch zwei von zehn. Würzburg versenkte dagegen über die gesamte Partie 14 seiner 32 Versuche.
Für Würzburg ist es nach dem deutlichen 90:67-Auswärtssieg in Ulm bereits der zweite Erfolg nacheinander. Nach der Auftaktniederlage gegen Oldenburg steht das Team damit bei 2:1. Bonn fällt nach vier Partien auf 2:2 zurück.
Und auch wenn Anfang Oktober natürlich noch keine Playoff-Serie entschieden wird, dürfte sich dieser Sieg in Würzburg besonders gut angefühlt haben:
Im Mai hatte Bonn in der Crunchtime das bessere Ende. Diesmal gehörten die entscheidenden Minuten den Franken.
Fitness First Würzburg Baskets – Telekom Baskets Bonn 83:76 Viertel: 21:17 | 15:19 | 21:19 | 26:21 Topscorer Würzburg: Colbert 27, Griffin 16, Jones 13 Topscorer Bonn: Aminu 14, Foster 13, Wright 11 Zuschauer: 2.920

