Redaktioneller Spielbericht
60 Minuten Basketball, 269 Punkte: Alvark gewinnt Vierfach-Overtime-Wahnsinn in Chiba
Von Hooppedia Redaktion
60 Minuten Basketball, 269 Punkte und ein Spiel, das einfach nicht enden wollte: Alvark Tokyo hat den Heimauftakt der Chiba Jets nach vier zusätzlichen Fünf-Minuten-Abschnitten mit 138:131 gewonnen. Dabei hatte Chiba zur Halbzeit noch mit acht Punkten geführt und sich kurz vor Ende der regulären Spielzeit spektakulär in die Overtime gerettet. Erst in der vierten fünf Extraminuten gelang es Alvark, eines der bislang verrücktesten Spiele der jungen B.Premier-Saison endgültig zu entscheiden.
Für Chiba war die Partie der erste Auftritt der neuen Saison in der LaLa arena TOKYO-BAY – und zusätzlich ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. D.J. Hogg, der noch in der vergangenen Spielzeit das Trikot der Jets getragen hatte, kehrte erstmals als Spieler von Alvark zurück. Vor der Partie hatte Chiba gerade dieses Duell hervorgehoben: Hogg hatte in der LaLa arena vor seinem Wechsel bereits 878 Punkte erzielt und dort eine außergewöhnlich starke Dreierquote von 43,7 Prozent vorzuweisen. Auf der anderen Seite sollte Yuta Watanabe eine zentrale Rolle spielen. Zunächst gehörte die offensive Bühne allerdings vor allem Neuzugang Nate Williams. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel beim Stand von 26:26 explodierte der ehemalige Warriors-Spieler im zweiten Abschnitt und stand bereits zur Halbzeit bei 22 Punkten. Chiba ging dadurch mit einer 55:47-Führung in die Kabine.
Watanabe rettet Chiba mit 8,3 Sekunden
Alvark ließ sich davon nicht abschütteln. Im dritten Viertel arbeiteten sich die Gäste wieder heran, sodass Chibas Vorsprung vor den letzten zehn Minuten beim 73:71 praktisch verschwunden war. Danach entwickelte sich die Partie endgültig zu einem offenen Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften offensiv immer wieder Antworten fanden. Die dramatischste Szene der regulären Spielzeit gehörte schließlich Watanabe: Chiba eroberte in der Schlussphase den Ball, bekam nach einer zweiten Chance noch einmal einen Abschluss und Watanabe traf 8,3 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich. Der letzte Angriff brachte keine Entscheidung – fünf zusätzliche Minuten mussten her.
Doch selbst eine Verlängerung genügte nicht. Auch nach 45 Minuten ließ sich zwischen den beiden Teams kein Sieger finden, sodass der Heimauftakt der Jets in eine zweite Overtime ging. Spätestens jetzt war aus einem normalen frühen Saisonspiel ein Ausdauer- und Nerventest geworden. Beide Mannschaften hatten bereits weit über 100 Punkte erzielt, Fouls, Rotationen und Müdigkeit spielten zunehmend eine Rolle – und dennoch blieb das offensive Niveau außergewöhnlich hoch. Erst im vierten Extrabschnitt konnte Alvark die entscheidende Lücke reißen und Chibas Widerstand brechen. Nach insgesamt 60 Minuten stand schließlich das kaum alltägliche 138:131 für Tokyo auf der Anzeigetafel.
Ein Heimauftakt, den Chiba so schnell nicht vergisst
Für beide Mannschaften war es nach jeweils einem Sieg und einer Niederlage zum Saisonstart bereits eine interessante Standortbestimmung. Alvark verbessert seine Bilanz durch den Erfolg auf 2:1, während Chiba nach einem Spiel, in dem die Jets über lange Phasen vorne lagen und sich mehrfach zurückkämpften, auf 1:2 fällt. Noch interessanter ist allerdings die Art und Weise: Chiba hatte zur Halbzeit 55 Punkte erzielt, nach drei Vierteln 73 – und kam am Ende trotzdem auf 131. Alvark wiederum brauchte 138 Punkte, um überhaupt als Sieger aus der Arena zu gehen. Allein diese Zahlen zeigen, wie weit sich die Partie von einem gewöhnlichen Regular-Season-Spiel entfernt hatte.
Am Sonntag treffen beide Mannschaften an gleicher Stelle direkt wieder aufeinander. Viel Steigerungspotenzial lässt der erste Teil dieses Doppelduells allerdings kaum: 269 Gesamtpunkte, zwei Verlängerungen und ein Ausgleich acht Sekunden vor dem vermeintlichen Ende sind schon eine ziemlich hohe Messlatte.
Chiba Jets – Alvark Tokyo 131:138 n.2.V. Nach 1. Viertel: 26:26 Halbzeit: 55:47 Chiba Nach 3. Viertel: 73:71 Chiba Besonderheit: Four Overtime, 269 Gesamtpunkte Nate Williams: 22 Punkte allein in der ersten Halbzeit

